„Es ist nicht mehr gut“: Spontan organisierte Tabea Pipenbrink zum Klimastreiktag ein kleines Müll-Projekt in der Elisabeth-Kita. Foto: Andrea Hesse

 

Auf der Wäscheleine baumelt Müll
Spontane Aktion der Elisabeth-Kita zum Klimastreiktag am 20.09.2019

„Und Gott sah auf alles, was er gemacht hatte: Es war alles sehr gut.“ (1. Mose 1,31) lesen Kinder und Eltern der Elisabeth-Kita in Langenhagen seit gestern auf einem handgeschriebenen Schild am Tor zu ihrer Kindertagesstätte. Wenn dann ihr Blick nach oben wandert, fällt er auf eine Wäscheleine, an der Ungewöhnliches baumelt: Winzige quietschbunte Joghurtbecher, Quarkschalen aus Plastik, leere Quetsch-Flaschen aus Kunststoff, Papier- und Plastiktüten, Einwickelfolie. Ein weiteres Schild erklärt, was hier im Wind schaukelt: „Das ist der Müll vom Frühstück der Kinder – von nur fünf Tagen. Es ist nicht mehr alles gut.“

Tabea Pipenbrink, Leiterin der evangelischen Kita, ist Urheberin der spontanen Aktion: „Wir können zum Klimastreiktag ja nicht einfach unsere Einrichtung schließen und die Kinder nach Hause schicken, dann kommen die Eltern in Not“, sagt sie. Dennoch ist es ihr und ihrem Team ein Anliegen, sich an den Aktivitäten dieses Tages zu beteiligen – so entstand die Idee zu der Wäscheleine.

In Schalen und Eimern wurde der Frühstücksmüll in jeder Gruppe gesammelt und bot so schon morgens Anlass für Gespräche zum Thema Umwelt. Beim Abholen ihrer Kinder am Nachmittag wurden dann auch die Eltern aufmerksam: „Guck mal, Papa, das ist unser Müll nur von dieser Woche“, klärte ein Mädchen seinen Vater auf. „Morgen gehe ich mit einer Dose zum Bäcker“, versprach ein Fünfjähriger aus der Elisabeth-Kita – eine richtig gute Idee!

 

 

 

Gut für Selbstwertgefühl und Konzentration

Lions Club Langenhagen finanziert ein Kunstprojekt für Kinder

 

Langenhagen, Elisabeth. Bunte Tierfiguren, farbige Schalen und fantasievolle kleine Skulpturen  sind in den vergangenen acht Wochen in der Kindermalschule von Urszula Paliga entstanden: 16 Kinder der evangelischen Kindertagesstätte der Elisabeth-Kirchengemeinde kamen an jedem Freitag in die Malschule, um hier nach ihren eigenen Vorstellungen und unter fachlicher Anleitung mit Ton zu modellieren und ihre Arbeiten anschließend zu glasieren. Am letzten Tag vor den Ferien nahmen sie ihre Kunstwerke dann sicher verpackt mit nach Hause, um sie stolz ihren Eltern zu zeigen.

Möglich wurde das Projekt durch die Unterstützung des Lions Clubs Langenhagen: Der Club stellte Urszula Paliga die Mittel zur Verfügung, mit denen sie das Projekt finanzieren konnte. Auf ihre Anfrage hin ergriff dann Tabea Pipenbrink, Leiterin der Elisabeth-Kita, gerne die Chance und wählte gemeinsam mit ihrem Team 16 Mädchen und Jungen aus, die Freude daran hatten, in der Töpferwerkstatt von Urszula Paliga zu werkeln. Kosten entstanden für die Eltern der überwiegend fünf- und sechsjährigen Kinder nicht – dank der finanziellen Unterstützung durch den Lions Club.

„Es wird oft unterschätzt, wie positiv sich künstlerische Betätigung auf das Selbstwertgefühl von Kindern auswirkt“, sagt Urszula Paliga. Seit etwa zehn Jahren leitet sie die Kindermalschule und hat in dieser Zeit immer wieder festgestellt, dass Kinder durch die intensive Beschäftigung mit Farben und Ton zu Ruhe und Konzentration finden und sich selbst in der künstlerischen Tätigkeit positiv wahrnehmen: „Auch hyperaktiven Kindern gelingt es so, eine Stunde konzentriert am Tisch zu sitzen und zu malen oder zu modellieren“, erzählt sie. Tabea Pipenbrink ist von der positiven Wirkung des Kinderkunstprojektes ebenfalls überzeugt und hofft auf eine Wiederholung, vielleicht sogar ein regelmäßiges Angebot in ihrer Einrichtung. „Vielleicht ist das möglich“, sagt Urszula Paliga, die den Kontakt zum Lions Club gerne weiterführen möchte. 

 

 

 

Wo besteht in unserer Einrichtung Handlungsbedarf? Die Klärung im Team hat unter der Anleitung von Angelika Maasberg begonnen. Foto: Andrea Hesse

„Der Körper ist manchmal schneller als der Verstand“

Gesundheitsfördernde Kita: Pilotprojekt in Langenhagen

 

Die Kindertagesstätte der Elisabeth-Kirchengemeinde in Langenhagen ist ab sofort „Pilot-Kita“: Mit einem Studientag für das ganze Team wurde jetzt der Auftakt für das Pilotprojekt „Gesundheitsfördernde Kita“ gemacht. Der Anstoß dazu kam vom Landesverband evangelischer Tageseinrichtungen für Kinder (Levtek): Im Rahmen seiner Mitgliederversammlung hatte sich der Verband mit einem betrieblichen Gesundheitsmanagement für Kindertagesstätten befasst und die Einrichtung von landesweiten Gesundheitszirkeln beschlossen. Tabea Pipenbrink, Leiterin der Elisabeth-Kita, war sofort bereit, mit ihrem Team mitzumachen – das Thema Gesundheit am Arbeitsplatz ist ihr seit Langem ein großes Anliegen.

„Der Körper weiß manchmal schneller Bescheid als der Verstand“, begrüßte Angelika Maasberg das Kita-Team am Morgen des Studientages. Die Fachreferentin der Akademie für Sozialmedizin Niedersachsen leitete den Studientag und wird die evangelische Kita auch durch den Prozess „Gesundheitsfördernde Kindertagesstätte“ begleiten – auf einem ganz individuellen Weg, wie sie betonte. „Wir wollen nicht schauen, wie es sein muss sondern wie es sein kann“, erklärt sie; „es gibt kein Rezept, das für alle Einrichtungen richtig ist.“ In einer ersten Runde wurde daher sehr genau hingeschaut, was für die Mitarbeiterinnen der Elisabeth-Kita in Sachen Gesundheit wichtig ist: familienfreundliche Arbeitsbedingungen, höfliche Umgangsformen, gegenseitige Wertschätzung, ergonomisch günstige Möbel, ein bewusster Umgang mit dem meist hohen Geräuschpegel und ausreichende Möglichkeiten zur Regeneration gehören für das Team zu den wichtigen Faktoren.

Noch vor den Sommerferien wird Tabea Pipenbrink gemeinsam mit Sabine Külpmann, Erzieherin in der Elisabeth-Kita, eine Fortbildung zum Thema „Gesundheitszirkel“ besuchen. Die Aufgabe dieser Zirkel wird es sein, unter fachlicher Anleitung auszuloten, wo Handlungsbedarf besteht und welche Maßnahmen für Verbesserung sorgen könnten. „Wichtig ist, dass die Gesundheitszirkel nicht für die Umsetzung der Maßnahmen zuständig sind sondern diese Aufgabe einer Steuerungsgruppe zufällt“, sagt Angelika Maasberg. „So tritt nicht gleich die Schere im Kopf in Aktion.“

Für Tabea Pipenbrink und ihre Mitarbeiterinnen wichtig ist die Feststellung, dass die Gesundheit des Kita-Teams ganz unmittelbar auch den Kindern der Einrichtung zugutekommt: „Wenn eine Mitarbeiterin nicht gesund ist, überträgt sich das auf ihre Arbeit und damit auch auf die Kinder.“ Auch der Levtek-Vorsitzende Jürgen Harms betont diesen qualitativen Aspekt: „Betriebliches Gesundheitsmanagement muss als Teil des Qualitätsmanagements der Einrichtungen verstanden werden“, sagte er während der Levtek-Mitgliederversammlung.