Zur Geschichte des Friedhofs

Wie in alten Zeiten üblich, so wurden auch in Langenhagen die Verstorbenen früher in der unmittelbaren Umgebung ihrer Kirche begraben, Pastoren und ihre Angehörigen auch in der Kirche selbst, bis dies Ende des 18. Jahrhunderts obrigkeitlich untersagt wurde.

Da die Bevölkerung wuchs und die Größe des Kirchplatzes - die Kirche und das Organistenhaus eingeschlossen - nur 25 Ar betrug, musste Mitte des 19. Jahrhunderts eine andere Lösung gefunden werden. Daher entschloss sich der Kirchenvorstand in der Nähe der Kirche eine neue Begräbnisstätte einzurichten und erwarb hierzu 1848 das nördliche Drittel des heutigen Friedhofes an der Karl-Kellner-Straße. Die gab es damals allerdings noch nicht, und so war der Zugang zunächst nur über ein Privatgrundstück von der Walsroder Straße her möglich.

In der nordöstlichen Ecke des Friedhofes wurde 1864 ein "Bahrenhaus" errichtet. Es war – nach einer Karte aus dem Jahr 1873 (siehe Bild) zu urteilen - etwa 10 x 8 m groß und diente neben der Unterbringung der bei den Beerdigungen benötigten Gerätschaften auch zur Abhaltung der Trauerfeiern wenn Wind und Wetter den Aufenthalt am Grabe unzumutbar machten. Die bis dahin als Einfriedung des Friedhofes dienende Hecke wurde durch eine Mauer ersetzt. 

1895 wurde der Friedhof nach Süden hin auf etwa 2/3 seiner heutigen Größe erweitert. Das hing auch mit der Gründung der "Anstalt" im Jahr 1862 (seit 1897: „Provinzial Heil- und Pflegeanstalt“) und deren ungeahntem Wachstum zusammen. Deren Tote mussten ebenfalls auf dem Dorffriedhof aufgenommen werden, bis die Anstalt 1909 – im heutigen Eichenpark, am Ende der hinter der Kapelle von der Stadtparkallee nach Südosten abzweigenden Historischen Allee - einen eigenen Friedhof bekam.

Der bereits vor dem 1. Weltkrieg gefasste Beschluss zum Bau einer Friedhofskapelle konnte erst 1927 verwirklicht werden. An der Südseite der Kapelle erinnern zwei Grabplatten an Pastor Georg Friedrich August Raabe und seine Ehefrau. Pastor Raabe war der letzte Pastor an der alten und der erste Pastor an der neuen Kirche.

Mit dem Ankauf eines weiteren nach Süden hin angrenzenden Grundstückes erhielt der Friedhof 1937 seine heutige Größe.

In den Jahren 1994/95 wurde die Friedhofskapelle renoviert: Sie bekam einen neuen Innenanstrich, neues Gestühl, schönere Fenster, eine neue Heizungsanlage und einen behindertengerechten überdachten Zugang. 2001 wurden Mauern und Wege auf dem Friedhof renoviert.

Quelle:  Gerlach,  Ernst:  Aus der Geschichte unserer Kirche, Monatsbote für die ev.-luth. Kirchengemeinden  Langenhagen und Engelbostel (Jg. 1938 Nr. 2 - 8).